Trainingslehre für Freizeitreiter ist ein elementarer Bestandteil um ein Pferd gesund, fröhlich und fit zu erhalten. Zwar bietet der heutige Markt eine Vielzahl an Möglichkeiten sich reiterlich fort zu bilden, aber wirklich physiologische Trainingslehre sucht man oft vergeblich. Dabei ist es wichtig, sich neben der Reitkultur oder der Reitlehre auch einmal mit der Trainingslehre zu befassen, um den Körper des Pferdes im Ganzen und natürlich den Zellstoffwechsel gut zu verstehen und gezielt trainieren zu können. Es ist nämlich so: Die Pferdefütterung allein macht kein Pferd wirklich fit. Sinnvolles pferdegerechtes Training ist untrennbar mit der Gesundheit verbunden. Das wird gelegentlich vergessen. Der Merksatz: „Wer rastet, der rostet“ könnte allerdings nicht wahrer sein.

Sport ist Bewegung über den Erhaltungsbedarf hinaus.

„Sport“ mit dem Pferd ist hier und da etwas aus der Mode gekommen. Das liegt an den vielen unschönen Bildern, die man in der Vergangenheit von Spitzensportevents gesehen hat. Dabei hat „Sport“ per se weder etwas mit blutenden Zungen noch weißen Reithosen zu tun. Sport bedeutet nämlich erst einmal: Bewegung zur Freude. Ganz ohne Reitweise, Ziel oder Equipment. Sport sollte allen Spaß machen. Dabei steht die Fairness gegenüber dem Pferd natürlich ganz oben. Gerade im Freizeitsektor sollten wir wieder beginnen mehr Sport zu treiben. Denn auch hier sieht man mit der Theoretisierung der Reiterei eine Entwicklung, die nicht so schön ist: Es wird zu wenig geritten und zu viel bzw. falsch gefüttert. Das Ergebnis sind sehr dicke, unfitte Pferde. Dabei ist der Einstieg in eine sinnvolle Trainingsgestaltung denkbar einfach. Denn grundsätzlich besteht Training mit Pferden aus drei Langzeitphasen:

1.) Die Basisphase

2.) Die Herz-Kreislauf / Ausdauerphase

3.) Die spezifische Phase

In den kommenden Blogbeiträgen wollen wir uns zunächst mit einem kurzen Ausblick auf die Basisphase befassen. Denn hier wird durch gezieltes Setzen von Stimulus auf den Bewegungsapparat die Basis für ein gesundes und stabiles Knochen-, Sehnen und Bändergerüst gelegt. Die Basisphase richtet sich vor allem an junge, aber auch an ausgewachsene oder ältere Pferde nach langen Trainingspausen oder unregelmäßiger Bewegung.

Wenn Pferde noch untrainiert sind oder lange nicht trainiert wurden, ist die Knochendichte des Bewegungsapparates nicht besonders hoch. Denn wie stabil ein Knochen ist, steht in direkter Abhängigkeit mit der Ernährung und natürlich mit dem Stimulus. Nur wenn ein Knochen auch regelmäßig moderatem Stimulus – also Reizen – ausgesetzt wird, kann er stabil werden. Pferde, die ausschließlich auf weichen und federnden Böden laufen, zeigen eine deutlich geringere Knochendichte als Pferde, die auch an harte Böden gewöhnt sind. Lässt man dieses wichtige Training aus, kann es zu sehr unangenehmen Microfissuren, also kleinen Brüchen, in den Beinknochen und in der Folge zu Knochenhautentzündungen kommen. Das ist äußerst schmerzhaft für das Pferd.

In den ersten sechs Wochen eines jeden Trainings – egal ob Jungpferd oder bereits ausgewachsen – sollte ein Pferd also in ruhigem Tempo (vornehmlich Schritt) mehrmals die Woche auf hartem Boden laufen. Ohne Reiter. Ob zu Fuß oder als Handpferd ist dabei egal. Denn so können sich die Knochen langsam an die Belastung gewöhnen. Einzelne kurze Trabsequenzen auf festen Böden und ein langsames Einführen des Reitergewichtes sind zum Ende der sechs Wochen möglich. In dieser Zeit sollte natürlich auch die Ration dahingehend überprüft werden, ob das Pferd ausreichend Nährstoffe für ein stabiles Fundament und Sehen- und Gelenksgesundheit bekommt.

Die Arbeit auf festem, hartem Boden bedeutet jedoch auch, dass das Pferd bei Bedarf vernünftigen Hufschutz trägt. Dazu ist wilder Galopp auf Schotter oder Asphalt ebenso verboten, wie zu frühe Belastung durch Reitergewicht. Man sollte vielmehr diese sechs Wochen weise nutzen, um die Weichen für ein langes, gesundes Pferdeleben zu stellen. Die Basisphase und eine korrekte Ernährung sind also untrennbar miteinander verbunden.